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Die
Römerfreunde Bergkamen sind ein Zusammenschluss von historisch
interessierten Personen, die sich zum Ziel gesetzt haben, durch ihr
ehrenamtliches Engagement dazu beizutragen, die Geschichte des
Römerlagers Oberaden für weitere Kreise erlebbar werden zu lassen.
Unter den Mitgliedern befinden sich unter anderem Handwerker,
Ingenieure, Museumspädagogen, Althistoriker und Altsprachler, die
sich mit den historischen und archäologischen Erkenntnissen in Bezug
auf das große römische Militärlager aus der Zeit der
Germanienfeldzüge unter Kaiser Augustus auseinandersetzen. Seit der
Gründung der Interessengemeinschaft am 16. 04. 2002 verfolgen die
Römerfreunde das Ziel, die römisch-germanische Mischzivilisation der
damaligen Zeit nacherleben zu lassen und dabei das Römerlager
Oberaden und seine historische Bedeutung in der Öffentlichkeit noch
bekannter zu machen.
Seit der
Entdeckung des Römerlagers Oberaden im Jahre 1905 wurden zwar im
Zuge mehrerer großer Grabungskampagnen Teile des römischen
Militärlagers erforscht, jedoch konnten die archäologischen Spuren
dieser historischen Ereignisse bisher nicht dauerhaft als
Bodendenkmal für ein weiteres Publikum sichtbar gemacht werden.
Trotz der unbestrittenen Bedeutung des seit 1989 in die Denkmalliste
eingetragenen Bodendenkmals ist das Wissen um das größte Römerlager
nördlich der Alpen leider weitgehend auf Fachkreise beschränkt.
Dass
sich dies deutlich ändert, ist eines der Hauptziele der Römerfreunde
Bergkamen. Im Sinne der sog. experimentellen Archäologie bemühen
sich die Römerfreunde Bergkamen einerseits, das damalige
Zusammenleben von Römern und Einheimischen in so konkreten Formen
wie Kleidung und Ernährung (es wird bei uns oft, gerne und lecker
nach original römischen Rezepten gekocht!) nacherleben zu lassen.
Die meisten unserer Neumitglieder empfanden besonders diese Dinge
attraktiv und ausschlaggebend für ihren Beitritt. Andererseits haben
die Römerfreunde Bergkamen auch den Ehrgeiz, mit klarem Blick auf
Probleme unserer eigenen Gegenwart ein reflektiertes, historisch
informiertes Bewusstsein über eine militärisch, ökonomisch und
ethnisch durchaus krisengeschüttelte Vorphase der deutschen
Geschichte zu verbreiten. Historia magistra vitae – ‚die Geschichte
ist Lehrmeisterin des Lebens’, sagte schon Cicero.
Als
bislang größte Manifestation all dieser Absichten und Aktionen
konnte nun im April 2006 ein archäologischer Lehrpfad auf dem
Gelände des Römerlagers Oberaden eingerichtet werden. Nach
langwierigen und aufwändigen Bemühungen im Vorfeld gelang dies unter
der Trägerschaft des "Verein der Freunde und Förderer des
Stadtmuseums Bergkamen" und mit maßgeblicher Unterstützung der
"Nordrhein-Westfalen Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege"
sowie auch durch tat- und ideenkräftiger Mithilfe der Römerfreunde Bergkamen. Der Lehrpfad, der inzwischen vom Publikum gut
angenommen worden ist, führt mit 15 Infotafeln zu den wichtigsten
Fundorten des Römerlagers. Weitere Ideen (u. a. die Errichtung von
Modellen und Rekonstruktionen) zur Visualisierung der bedeutenden
Gebäude im Römerlager Oberaden werden von den Römerfreunden
Bergkamen unterstützt.
Da sich
mittlerweile ein gutes Netzwerk mit den unsererseits eingeladenen
Aktionsgruppen (s.u.) aufgebaut hat, ist schon jetzt abzusehen, dass
bereits in nächster Zukunft die Teilnahme an Treffen von “Römer-
bzw. Germanen“-Gruppen an anderen Orten Deutschlands einen
zusätzlichen Aktionsschwerpunkt der Römerfreunde Bergkamen ausmachen
wird.
Die
Römerfreunde Bergkamen sind eine offene Interessengemeinschaft, die
bewusst auf Vereinsstrukturen verzichtet hat. Im Vordergrund steht
die uneigennützige ehrenamtliche Arbeit, die vor allem die Ziele des
Stadtmuseums Bergkamen unterstützt und die Vitalität des kulturellen
Lebens in Bergkamen und Umgebung im weitesten Sinne bestärken und
intensivieren möchte – fachlich fundiert, aber ohne jede akademische
Attitüde, halt eben für möglichst viele.
Gewählte
Vertreter der Interessengemeinschaft sind:
Dr. Matthias Laarmann
(Vorsitzender)
Ernst Neugebauer (stellv. Vorsitzender)
Barbara Strobel
(Geschäftsführerin).
Mitgliederstand: 35 Mitglieder (Mai 2006).
Wichtigste
Projekte und Beteiligungen seit 2002:
-
jährliche Planung und Beteiligung an der Vorbereitung und
Durchführung von Museumsfesten des Stadtmuseums Bergkamen.
-
Stand auf dem Marina-Hafenfest 2003.
-
einer von vier Repräsentanten ehrenamtlicher Arbeit in Bergkamen
bei der Begrüßung von Ministerpräsident P. Steinbrück,
Bergkamener Kultursommer, Marina Bergkamen (24.08.2004).
-
Stand auf dem Lichtermarkt Bergkamen
2005.
-
Römische Modenschau im Rahmen des Knappenfestes 2004 in
Bergkamen-Oberaden (Veranstalter: DSK Bergwerk Ost).
-
Durchführung von museumspädagogischen Programmen (v.a.
Bogenschießen, Brettchen-, Bändchenweben, Pilumwerfen) im
Stadtmuseum Bergkamen.
-
Einrichtung eines archäologischen
Simulationsspiels für Kinder auf dem Gelände der ehemaligen
Ausgrabungen im Römerlager Oberaden.
-
Kooperationen mit anderen „römischen“ und „germanischen“
Gruppen:
Cohors I. Germanorum (2002).
Römercohorte Opladen (2003).
Classis Augusta Germanica (2003 – 2005).
Chasuari (2005).
Aurificina Treverica
(2004).
Forum
Traiani (2003 und 2004).
Kalkriese, Römermuseum (Varus-Schlacht) (2003).
Herne,
Westfälisches Museum für Archäologie (2005).
Oerlinghausen, Archäologisches Freilichtmuseum (2006).
Stefan
Koehn, Ruhr-Univ. Bochum: „Rom und Oberaden – Die Expansionspolitik
von Kaiser Augustus“ (12.11.2002).
Dr.-Ing.
Gregor Patzulla, Recklinghausen: „Römer, Germanen und die Schlacht
am Teutoburger Wald“ (14.01.2003).
Stefan
Koehn, s.o.: „Germanien und Rom“ (09.12.2003).
Wilfried
Wiemers, Dortmund: „Die Kunst des Damaststahl-Schmiedens in Antike
und Frühmittelalter“ (08.02.2005).
Stefan
Koehn M.A., s.o.: „Begegnungen der Völker und Religionen im
Zeitalter der Völkerwanderung“ (11.01.2005).
Stefan
Koehn M.A., s.o.: „Hilfstruppen – Hilfsvölker?! Ein Dasein zwischen
Alltagsleben und Entscheidungsschlachten“ (09.11.2005).
Beitrag
im WDR-Fernsehen zum Thema „Römische Modenschau“ (Sept. 2004).
Beitrag
im WDR-Fernsehen zum Thema „Culinaria romana – den Römern in den
Kochtopf geschaut“ (Juni 2005).
Beitrag
im WDR-Hörfunk (WDR 5, Sendung „Lilipuz“) zum Thema „römische
Kochkunst“ (20. 07. 2005).
Dr.
Matthias Laarmann, Lünen: seit 2005 Mitverfasser des ‚Harenberg
Sprachkalenders Latein’; dort Hinweise auf Orte der
provinzialrömischen Archäologie Westfalens, im Kalender 2007 (im
Druck) auch explizit auf Bergkamen.
Dr.
Matthias Laarmann, s.o.: Mitverfasser von ‚Prima brevis. Gesamtkurs
Latein als 3. Fremdsprache’, Bamberg: C.C. Buchner-Verlag (in
Vorb.); dort Hinweise auf Orte der provinzialrömischen Archäologie
Westfalens, explizit auch auf Bergkamen.
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